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Fledermaus Baby gefunden, was nun?

Fledermausbaby gefunden – was nun? Fledermäuse sind vollkommen harmlose Tiere. Doch die meisten Menschen fürchten sich vor den kleinen Säugetieren, schließlich wird ja auch immer von kleinen Vampiren geredet, die sich in den Haaren verheddern können, sobald sie in der Dunkelheit anfangen zu fliegen und man sich zufällig draußen aufhält. Fledermäuse sind jedoch komplett scheue Tiere und falls sie einem Menschen zu Nahe kommen, haben sie fürchterliche Angst und sind komplett hilflos.

Hierzulande gibt es immer weniger Fledermäuse. Wir können vierundzwanzig heimische Arten zählen, jedoch stehen davon fast alle unter Naturschutz. Wenn Fledermäuse Junge bekommen, dann passiert dies zwischen Mai und Juli.

Dies ist auch die Phase, in der die jungen Fledermäuse aus dem Quartier fallen können und so hilflos ihrem Schicksal ausgeliefert sind. Jetzt kommen Sie ins Spiel. Wir möchten Ihnen zeigen, was Sie tun können, falls Sie ein kleines Findelkind finden.

Was kann man tun, sollte man ein Fledermausbaby finden

Fledermäuse werden zwischen Mai und Juli geboren. Jetzt beginnt auch die aufregende Phase für die Eltern. Jedoch kommt es vor, dass bei all der Aufregung, Nahrungssuche etc. ein Baby aus dem Quartier fällt.

Normalerweise sucht eine Fledermausmutter direkt nach ihrem Jungen. Jedoch kann es sein, dass dies nicht funktioniert und das Findelkind bereits von einem Menschen gefunden wurde. Viel schlimmer ist jedoch, wenn der Finder eine Katze ist.

Die Kleinen sind Anfangs komplett nackt, blind und hilflos. Erst nach wenigen Tagen öffnen sie die Augen, fangen an zu klettern und davon zu laufen. Bei Findlingen ist es oft schwierig zu sagen, wie alt die Kleinen sind, deshalb macht man dies an den Fortschritten, die sie machen, aus.

Haben Sie nun ein Fledermausbaby gefunden? So suchen Sie sich bitte zuallererst ein paar Handschuhe. Tollwut ist bei einem Biss so gut wie ausgeschlossen, doch kann solch ein Biss ziemlich schmerzhaft sein. Das Baby hat natürlich unheimliche Angst und möchte sich schützen, da es noch nicht viel kann, ist das Beißen Anfangs die einzige Waffe.

Nun sollten Sie das kleine Wesen vorsichtig aufheben und einen Blick darüber werfen, ob es denn keine Verletzungen oder ggf. Knochenbrüche hat. Sollte dies der Fall sein, gehen Sie bitte umgehend zum Tierarzt oder suchen Sie den Naturschutzverband auf. Die können Ihnen in solch einem Fall weiterhelfen.

Bis die Helfer eintreffen, sollten Sie jedoch die kleine Fledermaus in eine Kiste legen und diese gut verschließen. Luftlöcher müssen sein. Bedenken Sie jedoch, dass ein Zentimeter ausreicht, damit die Fledermaus fliehen kann. Im Winter sollte die Kiste bei 5 bis 10 Grad Celsius aufbewahrt werden, im Sommer jedoch bei Zimmertemperatur.

Natürlich kann auch alles gut gegangen sein und dem Fledermausbaby geht es vollkommen gut. Dann suchen Sie sich jedoch auch direkt einen Handschuh, bevor Sie es anfassen und schauen sich am Besten nach dem Quartier des Kleinen um. Dieses können Sie an kleinen schwarzen Kotkrümeln am Eingang erkennen.

In den meisten Fällen ist das Versteck der anderen Fledermäuse nicht weit von der Fundstelle weg. Sollten Sie es nicht finden können, nehmen Sie das Baby an sich und bringen es erst einmal ins Warme. Da Fledermausbabys noch keine Haare haben, kühlen sie sehr schnell aus.

Damit dies nicht passiert, wäre es gut, wenn Sie eine Wanne mit Handtüchern auslegen. In diese legen sie zusätzlich eine Wärmflasche, die maximal 40 Grad Celsius hat. Bitte diese Temperatur einhalten, da das kleine Wesen sonst Verletzungen davon tragen könnte.

Denken Sie immer daran, dass die Fledermaus stets Wärme braucht, nicht nur alle paar Stunden. Bieten Sie ihm lauwarme Wassertröpfchen an. Diese können mit einer Pipette oder einem Löffelstiel angereicht werden.

Da die Mutter instinktiv nach ihrem verlorenem Kind sucht, müssen Sie die Wanne bei Einbruch der Dunkelheit wieder an den Fundort stellen. Sie lassen die Wärmflasche und Handtücher bei dem Kleinen. Nun wäre es gut, wenn Sie das Ganze von einer weiteren Entfernung beobachten.

Im Normalfall fängt das Fledermausbaby, sobald es dunkel wird, an nach seiner Mutter zu rufen. Dies sind jedoch Töne, die für uns Menschen nicht hörbar sind. Bereits nach kurzer Zeit sollte die Mutter angeflogen kommen und es abholen.

Die Wanne sollte groß genug sein, damit sich die Mutter beim Abflug nicht verletzt oder in der Wanne hängen bleibt. Zudem ist es wichtig, die Wanne vor anderen Tieren zu schützen, also vor Katzen und Hunden.

Es kann vorkommen, dass das Junge nicht abgeholt wird. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass Sie ein Auge darauf haben. Bitte versuchen Sie es am nächsten Tag erneut, bevor Sie sagen, dass Sie die Fledermaus selbst aufziehen möchten.

Wurde das Findelkind am nächsten Abend wieder nicht abgeholt, wird es wohl nicht mehr abgeholt werden. Das heißt, das Kleine ist dem weiteren Procedere ausgesetzt und muss um sein Leben kämpfen. Jetzt sind Sie gefragt, möchten Sie die Fledermaus aufziehen?

Eine Aufzucht ist sehr schwierig und braucht viel Geduld und Erfahrung. Gibt es in Ihrer Nähe jemanden, der sich mit solchen Fällen auskennt? Dann wäre es von Vorteil, wenn Sie den Findling dort abgeben.

Sollten Sie jedoch niemanden haben und müssen davon ausgehen, dass Sie die Fledermaus für längere zeit aufpäppeln wollen, dann müssen Sie der Naturschutzbehörde in Ihrer Region Bescheid geben.

Das Wort Säugetiere kommt von saugen. Das heißt, auch eine Fledermaus braucht die Milch von ihrer Mutter. Da es aber keine Fledermausmilch im Handel oder auch sonst nirgendwo gibt, greifen wir auf Welpenaufzuchtmilch zurück.

Jedoch liegt auch in der Natur die Sterblichkeitsrate der kleinen Babyfledermäuse bei 50 Prozent. Dies bedeutet für Sie, dass Sie mit einer Enttäuschung rechnen müssen. Doch es gibt Ausnahmen und deshalb sollten Sie es auf jeden Fall versuchen.

Die Welpenaufzuchtmilch ist im Tierhandel zu erwerben. Auch im Internet, jedoch ist hier die Lieferzeit zu beachten. Niemals Kuhmilch oder andere Milch verwenden. Die Babys vertragen diese nicht.

Insekten können sie ebenfalls noch nicht fressen, da sie noch keine Zähne haben und der Magen noch nicht dafür eingestellt ist. Fledermäuse sind nun mal sehr sensible Tiere.

Sollte die Aufzucht soweit gelungen sein, weiß man noch nicht, wie die Auswilderung funktioniert und das Verhalten danach. Denn schließlich hat das Findelkind keine Mutter, die ihm all diese Dinge beibringt.

Nach drei bis vier Wochen ist die Fledermaus flugfähig, nach fünf bis sechs Wochen entwöhnt. Ab sechs Wochen sind sie ausgewachsen und bereit für die Auswilderung. Dazu jedoch später mehr.

Welpenaufzuchtsmilch auf Amazon


Welpenaufzuchtmilch von Mera Dog

Die erste Sorte ist die Welpenaufzuchtmilch von Mera Dog. Dieses Pulver wird mit Wasser angerührt und ist gut verträglich. Es ist reich an Milcheiweiß und zudem ein reines Bio-Produkt.

Zudem enthält dieses nur ausgewählte Fette und Öle, die für die Zufuhr von lebenswichtigen und ungesättigten Fettsäuren zuständig sind. Ein weiteres Plus ist der ausgewogene Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen. Colostrum ist ebenfalls enthalten, dies ist der „Immunschutz der Natur“.

Royal Canin Welpenaufzuchtmilch

Das zweite Produkt, welches wir hier vorstellen möchten, ist das Pulver von Royal Canin. Dies ist eine hoch angepasste Ersatzmilch mit geringem Laktosegehalt. Aufgrund dessen fördert es eine gute Verdauung und eine gute Verträglichkeit.

Das Pulver wird mit Wasser angerührt und löst sich rückstandsfrei auf. Stärke ist nicht enthalten. Dafür gibt es aber einen hohen Energie- und Proteingehalt. Natürlich sind auch diesem Präparat die nötigen Vitamine enthalten.

Schecker Dogreform Welpenaufzuchtmilch

Dogreform von Schecker ist als Nächstes an der Reihe. Wie auch die beiden oben genannten Produkte, wird dieses mit Wasser angerührt und ist leicht anzuwenden. Es hat sich eine gute Verträglichkeit bewiesen. Zudem sind sämtliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten.

Auch in dieser Milch ist nur das Beste vom Besten enthalten und sogar kranke und alte Hunde dürfen diese Milch als Aufbaukur nutzen. Die Verbraucher haben eine durchweg positive Meinung hierüber.

Canina Welpenaufzuchtmilch

Kommen wir nun zur Nummer vier. Die Canina Welpenaufzuchtmilch. Dieses Pulver ist ein Spitzenprodukt, welches weitestgehend ohne Laktose hergestellt und wie die Vorgänger mit Wasser angerührt wird. Deshalb wird es auch wiederum sehr gut vertragen.

15 Prozent Traubenzucker und sämtliche Vitamine sind enthalten. Hinzu kommen Öle, Fette, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe und biologisch wertvolle Aufbaustoffe. Jedoch enthält dieses Pulver Stärke.

Belcando Welpenaufzuchtmilch

Das letzte Pulver ist die Welpenmilch von Belcando. Dieses Präparat ist gut in Wasser löslich und hat ein besonders hohes Gehalt an Vitamin A, E und D3.

Es ist leicht verdaulich und ohne künstliche Farb- und Geschmacksstoffe. Daher auch die braune Farbe des Pulvers. Auch dieses Produkt hat stets positive Bewertungen.

Die Aufzucht eines Fledermausbabys

Wie bereits erwähnt, ist es nicht leicht ein Findelkind groß zu ziehen, da selbst in der Natur die Sterblichkeitsrate sehr hoch ist. Anfangs braucht solch ein Tier alle halbe Stunde eine Mahlzeit, später dann alle zwei bis drei Stunden. Zur Fütterung wird die Fledermaus in die hohle Hand gelegt, sodass man gut mit einer Pipette an das kleine Maul herankommt.

Da es, wie gesagt, keine Fledermausmilch gibt, greift man auf Welpenaufzuchtmilch zurück. Weiter unten werden wir noch ein paar Sorten aufführen, die unserer Meinung nach zur Aufzucht geeignet sind.

Zudem gibt es eine Katzenaufzuchtmilch, die erfolgreich getestet wurde. Diese ist jedoch nur über den Tierarzt erhältlich und muss strikt nach Anweisung angefertigt werden. Diese Mischung wird 1:3 angerührt, aus Wasser und Pulver.

Diese Mischung muss immer gleich sein und darf niemals abweichen, sonst würde man dem Fledermausbaby nur schaden, anstatt ihm zu helfen.

Doch in der Regel greift man auf Welpenmilch zurück. Die Milch muss immer frisch angerührt werden und sollte bei der Fütterung lauwarm sein. Jedoch sollten Sie beachten, dass solch ein Baby niemals vollgestopft werden darf, lieber einmal etwas weniger füttern, dafür dann beim nächsten Mal wieder etwas mehr.

Die Fütterung erfolgt wie immer mit einer Pipette in der hohlen Hand. Dies bietet sich auch an, da die Fledermaus stets Wärme braucht, die sie dann über Ihre Hand bekommt.

Babyfledermäuse fressen schon erstaunlich viel. Das heißt, ein Drittel ihres eigenen Körpergewichtes. Erstaunlich ist zudem, dass solch ein Tier vor dem Pfleger keine Angst hat. Sie weiß, dass Sie ihr nichts antun und hat somit Vertrauen in Sie.

Sobald die ersten Flugversuche gestartet sind, ist die Fledermaus auch bereit auf eine Nahrungsumstellung. Das bedeutet, es gibt Insekten oder besser gesagt, Mehlwürmer. Diese bekommen Sie in der Zoohandlung und sollten mindestens noch zwei bis drei Wochen gefüttert werden.

Zur Vorbereitung der Mahlzeit wird ein Mehlwurm in zwei Teile geschnitten. Danach drücken Sie den Wurm aus, sodass die Schale (die Chitinhülle) übrig bleibt. Diese kann von der Fledermaus noch nicht gefressen und verdaut werden.

Die Innereien werden vorerst mit Welpenaufzuchtmilch gemischt. Hat sich der kleine Körper an etwas festere Nahrung gewöhnt geben Sie ihm nur noch die Innereien bis sie dann bereit für die kompletten Mehlwürmer ist. Damit die kleine Fledermaus gesund bleibt und keine Mangelerscheinungen auftreten, werden ein bis zweimal die Woche spezielle Multivitaminpräparate sowie spezielle Mineralien- und Spurenelementmischungen zugefüttert.

Es kann wie bei jedem Lebewesen auch zu Problemen kommen, wie zum Beispiel Durchfall. Hier können Sie mit magerem Bio-Joghurt helfen. Sollte der Durchfall extrem schlimm sein oder sehr hartnäckig, dann gibt es staubfeine medizinische Kohle, die auch beim Menschen eingesetzt wird.

Die Auswilderung der mittlerweile ausgewachsenen Fledermaus

Natürlich muss solch ein Tier erst das Fliegen lernen. Es ist zwar eine angeborene Fähigkeit, jedoch will auch diese geübt sein.

Am besten eignet sich hierfür die Abenddämmerung. Das ist schließlich auch die natürliche Zeit, in der die Fledermäuse unterwegs sind.

Für die ersten Flugversuche dürfen Sie die Fledermaus nicht einfach in die Luft werfen und darauf hoffen, dass sie losfliegt. Setzen Sie den kleinen Piloten auf Ihre Hand und warten Sie, bis sie von alleine starten möchte.

Sorgen Sie dafür, dass die ersten Versuche in einem ziemlich leeren Raum stattfinden. Nicht, dass sich die Fledermaus verletzt, das wäre weniger die Sorge, sondern sie verstecken sich sonst schnell hinter Schränken oder anderen umher stehenden Möbeln. Dann wird es schwierig an sie heranzukommen.

Nach sechs Wochen sind die Fledermäuse ausgewachsen und vollkommen flugfähig. Ist dies dann erlernt, ist es trotz allem nicht ratsam, die Fledermaus nun direkt frei zu lassen. Dies wäre der sichere Tod, denn sie können weder jagen, noch kennen Sie sich in der Umgebung aus.

Normalerweise gibt es hier die Mutter, die ihrem Jungen alles nötige beibringt. Geben Sie also Ihrem Schützling die Chance, die Umgebung und die angeborenen Verhaltensweisen kennenzulernen und schrittweise alles nötige zu erfahren. Dies braucht zwar viel Zeit, jedoch ist diese zwingend notwendig.

Wichtig ist auch noch zu wissen, dass die Fledermaus vor ihren ersten Flugversuchen selbstständig von einem Napf fressen kann. Dieser Napf sollte im Raum, in dem geübt wird, in der Nähe des Hängeplatzes stehen. Denken Sie daran, Sie helfen der Fledermaus Stück für Stück in ihr neues und freies Leben.

Nach einer Woche in der Trainingsvoliere (Garten, Schuppen, Gartenhäuschen, leer stehender Raum etc.) lassen Sie ein Fenster gekippt. So kann die Fledermaus nach draußen, sich umschauen und jederzeit in den Raum zurückkehren, am Napf fressen und sich ausruhen.

Auch kann die Fledermaus in einer Kolonie ausgesetzt werden. Hierfür sollte man sich aber sicher sein, dass dies wirklich funktioniert. Hier kann sie Alttiere finden, die ihr alles Weitere beibringen. Zudem gibt es dort andere Muttertiere.

Diese Muttertiere werden die Fledermaus jedoch kaum aufnehmen, bzw. mit durchfüttern. Es besteht aber die Chance, dass sich Ihr Schützling dort einiges von den anderen Fledermausbabys abgucken und lernen kann.

Über diese Methode kann Ihr einstiger Findling dann lernen, wie sie sich verhalten muss. Sie lernt die Jagdreviere sowie die Tages- und Winterquartiere kennen. Ist die Fledermaus so weit gekommen, schafft sie es aus eigener Kraft zu überleben.

Wir hoffen nun, mit diesem Ratgeber eine echte Hilfe für Sie zu sein. Sollten Sie ein Fledermausbaby finden, befolgen Sie die Ratschläge und haben Sie bitte immer im Hinterkopf, dass Sie nicht jede Fledermaus retten können. Jedoch ist es ein Versuch wert und sollte es wirklich geklappt haben, können Sie wahnsinnig stolz auf sich sein.


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