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Halten Fledermäuse Winterschlaf oder wo sind die Fledermäuse im Winter?

Halten Fledermäuse Winterschlaf oder wo sind die Fledermäuse im Winter? Ja, sie halten tatsächlich Winterschlaf.

Fledermäuse heißen in der Fachsprache Microchiroptera und fallen in die Gruppe der Säugetiere, die einen Winterschlaf halten. Sie sind nachtaktiv und vor allem sehr sensibel. Sehen kann man die kleinen Vampire im Sommer, sobald es dunkel wird, doch ab Mitte September befinden sie sich im Winterschlaf.

Fledermäuse in der Lethargie

Da Fledermäuse nicht komplett schlafen, nennt man ihren Zustand Lethargie. Hierbei können sie trotz der „Schlafphase“ immer noch alles in ihrer Umgebung wahrnehmen. Kommt ihnen also ein Feind zu nah, können sie reflexartig den Mund aufreißen und so eine Abwehr schaffen.

In der Lethargie verlangsamt sich der Herzschlag von 600 Schlägen pro Minute auf nur noch maximal 10 Schlägen pro Minute. Die Atemfrequenz geht zurück und der ganze Stoffwechsel fährt nur noch auf Sparflamme. So schaffen die kleinen Flugtiere es, mit ihren Fettreserven über den Winter zu kommen.

Die nötigen Reserven werden im Herbst angefressen. Die passende Nahrung finden sie relativ leicht, dies sind Insekten, die um diese Jahreszeit noch genügend umherschwirren. Im Winter gibt es so gut wie keine Insekten mehr, deshalb legen die Fledermäuse eine Pause ein.

Der nötige Fettvorrat setzt sich im Bauchraum und im Nackenbereich an. Dieser entspricht circa einem Viertel ihres Körpergewichts. Sollten sie im Winter gestört werden, können sie den nötigen Vorrat, der mit der Aufwachphase verloren gegangen ist, nicht wieder aufholen, da es im Winter keine Nahrung für sie gibt.

Hier schlafen die Fledermäuse

Einen geeigneten Platz, um den Winterschlaf zu halten, finden sie meistens in Höhlen, alten Stollen, unterschiedlichen Verstecken und Brennholzstapeln. Manche Arten verbringen die Pause sogar in ausgefaulten Baumhöhlen.

Mit dem richtigen Fledermauskasten können Sie den Fledermäusen auch ein Winterquartier bei Ihnen auf Ihrem Grundstück bereitstellen.

Der Schlaf einer Fledermaus wird regelmäßig unterbrochen. Es ist lebensnotwendig, dass die klimatischen Verhältnisse stimmen. Sollte die Luftfeuchtigkeit zu niedrig sein oder die Temperatur nicht passen, müssen sie sich ein neues Quartier suchen. Die richtige Luftfeuchtigkeit ist daher wichtig, da Fledermäuse sonst austrocknen können.

Den richtigen Ort zum Überwintern finden

Jede Art von Fledermaus hat andere Vorlieben. Die einen brauchen zum Überwintern einen wärmeren Ort, die anderen wiederum mögen es kälter. Die Temperatur liegt im Allgemeinen jedoch zwischen zwei Grad und zwölf Grad Plus.

Man hört immer wieder, dass Fledermäuse in ihrem lethargischen Zustand nicht gestört werden sollen. Dies hat einen wichtigen Grund. Sobald sie aufgejagt wird, verbrauchen sie so viel Energie, wie sie normalerweise für eine komplette Woche zum Überleben braucht.

Da diese Fettreserven nicht wieder aufgeholt werden können, ist es besonders wichtig, die Kleinen in Ruhe zu lassen. Eine Stunde wach sein, kostet die Energie für eine geschlagene Woche. Passiert es nun öfter, dass sie aufwachen müssen, kann es vorkommen, dass sie nicht mehr aus ihrem Winterschlaf erwachen.

Die Aufwachphase kostet ebenfalls sehr viel Energie. Ist nun nicht mehr viel Fett vorhanden, schaffen sie es nicht mehr und sterben qualvoll. In der Lethargie sind Fledermäuse steif und klamm und somit völlig hilflos. Auch ein extrem harter und langer Winter kann Ausschlag für ein Fledermaussterben sein.

Die Körpertemperatur passt sich der Umgebung an. An warmen Orten würden die Fettreserven ebenfalls zu schnell aufgebraucht werden. Wird es plötzlich zu kalt, wird in dem kleinen Körper ein „Alarm“ ausgelöst, der ihn aufwachen lässt, um ein neues Quartier zu suchen.

Der Winterschlaf ist schließlich Mitte März bis Anfang April beendet. Nach der anstrengenden Aufwachphase fliegen sie dann in ihre angestammten Sommerlebensräume, die bis zu 1500 Kilometer entfernt sein können.


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